Die Idee/Konzept


Welcomingtours
 wurde aus privater Initiative heraus im Juli 2015 als Integrationsprogramm ins Leben gerufen und ist im August 2015 online gegangen. Ursprüngliches Ziel von Welcomingtours war es, die Ankunft und Integration von Flüchtlingen in ihrer neuen und fremden Umgebung einfacher zu machen. Dazu gingen die Flüchtlinge mit Einheimischen (den sogenannten „Welcomer“) auf einen Willkommensspaziergang um sie mit der Umgebung, „Land und Leute“ und gegebenenfalls mit der deutschen Sprache vertraut zu machen. Mehrere Welcomingtours und zahlreiche Diskussionen mit unterschiedlichen Personen(gruppen) haben recht schnell dazu geführt, das Profil von Welcomingtours zu überdenken und zu schärfen:

  • Welcomingtours soll nicht ausschließlich Flüchtlingen zugänglich sein, sondern auch zugewanderten Drittstaatsangehörigen mit längerer Aufenthaltsperspektive in Österreich sowie EU-Bürgerinnen und Bürger, die in Österreich leben oder arbeiten. Auch Staatsbürger/innen mit Migrationshintergrund, die seit mehreren Jahren in Österreich leben, aber bisher wenig Kontakt zu Einheimischen hatten, sind eingeladen auf „Welcomingtour“ zu gehen. Um Mitzumachen müssen alle Menschen aus Datenschutz-rechtlichen Gründen mindestens 18 Jahre alt sein.
  • Eine Welcomingtour muss keine „Welcomingtour“ bleiben, sondern kann auch längerfristige Beziehungen initiieren. Grundidee ist zumindest ein gemeinsamer Spaziergang, der sich in weiterer Folge zu einer individuell gestalteten Beziehung (Buddy, Mentoring, …) entwickeln kann. Wie weit die Beziehung geht und ob gemeinsame Aktivitäten abseits des Spaziergangs entstehen, hängt davon ab, ob zeitliche Ressourcen verfügbar sind und/oder die Chemie stimmt. Vieles kann, nichts muss.
  • Ein Welcomer muss kein Welcomer bleiben, sondern kann sich zu einem Sprachtandem-Partner/in, einem Freizeitpartner/in oder einem Freund entwickeln. Es steht allen Beteiligten offen, wie häufig und regelmäßig sie einander treffen und wie sie den Kontakt gestalten. Für diejenigen, die sich einen intensiveren Kontakt, Beziehung und/oder Engagement wünschen, stehen weitere Aktivitätsangebote von Welcomingtours und Aktivitäten von KooperationspartnerInnen zur Verfügung.
  • Eine Welcomingtour muss nicht unbedingt einen Spaziergang darstellen, sondern kann auch eine Einladung zu einer Veranstaltung, gemeinsames Einkaufen, … sein.
    Was zählt ist die Verbindung zwischen Menschen herzustellen! 


Unsere Mission

Welcomingtours Mission ist es, das gegenseitige Kennenlernen von Menschen mit Migrationshintergrund (= Tour-Anfragenden) und Einheimischen (= Welcomer) zu fördern und eine Brücke in die Lebenswirklichkeit der Menschen zu bilden. Welcoming Tours hat sich folgende Ziele gesetzt:

  • Eine freundliche und einladende Aufnahme/Integration von Staatsbürger/innen mit Migrationshintergrund, EU-Bürgerinnen und Bürger, die in Österreich leben oder arbeiten, sowie zugewanderten Drittstaatsangehörigen und somit auch Asylberechtigten und subsidiär Schutzberechtigten.
  • Einen Einblick in das österreichische Rechtssystem und Werte. Dabei steht die Orientierung und Information über die österreichische Gesellschaft, das Zusammenleben in Österreich und die gesetzlichen Regelungen im Vordergrund.
  • Die Förderung des interkulturellen und interreligiösen Dialogs und damit der Austausch zwischen Österreicherinnen und Österreichern mit Menschen aus aller Welt um Vorurteile abzubauen und Brücken zu bauen.
  • Die Hilfe und Förderung beim Erlernen der deutschen Sprache um am wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben in Österreich teilzunehmen.
  • Eine Verankerung der Willkommens- und Anerkennungskultur in Österreich um positiv auf das Zusammenleben zu wirken.


Unsere Vision

Welcomingtours Vision ist es, ein Verständnis für die Erfordernis von Integration, ein wertschätzendes Miteinander und ein Grundgefühl der Empathie zu erreichen. Menschen, egal welcher Herkunft, Religion, Kultur und sexuellen Orientierung begegnen einander auf Augenhöhe und respektieren sich.
Welcomingtours soll ein erprobtes Beispiel für ein gelingendes Miteinander sein und in Österreich intensiv genutzt werden. Im Verbund mit KooperationspartnerInnen und Gemeinden sollen Programme entstehen, die für die Betroffenen sinnvoll sind und eine nachhaltige Integration bewirken.

Um zu erreichen, dass sich Menschen hier heimisch fühlen, die Sprache erlernen, sich Bildungs- und Berufsperspektiven suchen, muss auf die zukünftigen Mitbürger/innen zugegangen und auf Augenhöhe kommuniziert werden. Gelungene Integration ist keine bloße Bringschuld von Flüchtlingen und Migranten, sie ist das Produkt eines gesamtgesellschaftlichen Prozesses, das Einheimische sowie Flüchtlinge und Migranten gleichermaßen betrifft.

Daniela Wolf

Initiatorin und Gründerin